Koalition bekämpft den Öko-Landbau

Aus der Pressemitteilung des BÖLW – Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. – die wir hier gern veröffentlichen.

Zu keinem Zeitpunkt hat die Regierungskoalition deutlicher gezeigt, in welche Richtung sie Landwirtschaft und Ernährung steuern will“, konstatiert Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Die Koalition hat extrem kurzfristig zu den heutigen Bereinigungsverhandlungen des Haushaltsausschusses den Antrag eingereicht, das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) für „andere nachhaltige Formen der Landwirtschaft“ zu öffnen. Die übliche Konsultation der Fachpolitiker hat nicht stattgefunden. Damit entledigt sich die Koalition durch die Hintertür des auf den Öko-Landbau zugeschnittenen Programms.

Denn niemandem dürfte entgangen sein, dass inzwischen alles zur nachhaltigen Landwirtschaft erklärt worden ist“ kommentiert Löwenstein. „Ob Chemie-Einsatz in der Natur, industrielle Tierhaltung in Massenställen, Gentechnik in der Pflanzenzucht – alles wird unter dem gleichen Begriff aufgewertet. Wenn das Bundesprogramm nun für all das geöffnet wird, bedeutet das im Klartext das Ende des politischen Engagements für die Entwicklung des Ökologischen Landbaus.

Die Koalition straft sich damit selbst Lügen. Denn während sie Methodenoffenheit verkündet, trocknet sie alles aus, was nicht ihrem Bild einer industrialisierten Landwirtschaft entspricht. Wissenschaftlich unstrittig sind die besonderen Potenziale des Öko-Landbaus, um den neuen Herausforderungen der Landwirtschaft – wie Gewässer-, Boden und Klimaschutz – zu begegnen. Löwenstein nennt es daher unverantwortlich, wenn diese Potenziale nicht nur nicht genutzt, sondern offensichtlich bekämpft werden. „Gerade das auf den Öko-Landbau zugeschnittene Bundesprogramm hat zu zahlreichen Innovationen geführt, die inzwischen auch in der konventionellen Landwirtschaft von Bedeutung sind“, konstatiert Löwenstein.

Vor diesem Hintergrund die mit 16 Mio. € vergleichsweise bescheidene Ausstattung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau auszuhöhlen, ist umso unverständlicher, als die Ministerinnen Schavan und Aigner gestern verkündeten in den nächsten sechs Jahren 2,4 Milliarden € für die Bioökonomie-Forschung zur Verfügung zu stellen“, so Löwenstein. „Angesichts dieser Milliarden, mit denen die Nutzung der Biomasse mit Hilfe der Gentechnik für die Bedürfnisse der Industrie konditioniert werden soll, ist es ein Skandal, dass der bescheidene Ansatz des Bundesprogramms Ökologischer Landbau, eine naturverträgliche und von kapitalintensivem Input weitgehend unabhängige Landwirtschaft fortzuentwickeln, nun beseitigt werden soll“, sagt Löwenstein.

Fachtagung “Schule & Kommune: gemeinsam für eine bessere Ess- und Bewegungskultur an Schulen”

Heute ein wenig Promotion für die Fachtagung „Schule & Kommune: gemeinsam für eine bessere Ess- und Bewegungskultur“ am 7. Dezember 2011 in Wolfsburg.

Mit der Tagung greifen die Veranstalter unterschiedliche Themengebiete, die Schulen und außerschulische Partner betreffen, auf und regen zur Diskussion an. Ausgewiesene Experten geben Impulse und stellen Praxisbeispiele vor. Ein großer Projektmarkt bietet die Möglichkeit, sich zu informieren und auszutauschen.

Auch der Geschäftsführer der Sarah Wiener Stiftung, Dr. Georg Eysel-Zahl, wird dort einen Workshop leiten. Anbei finden Interessierte den Programmflyer mit weiteren Informationen sowie das Anmeldefaxformular.

Globale Umweltprobleme: Landwirtschaft spielt Schlüsselrolle

Berlin, 5.11.2010. Bei Biodiversität, Stickstoff-Kreislauf und Klimawandel haben wir die Grenzen dessen, was menschliches Leben auf Dauer ermöglicht, bereits deutlich überschritten. „Dieser Tatsache müssen sich Politik und Gesellschaft gleichermaßen stellen. Für die Landwirtschaft bedeutet das: Dem Öko-Landbau als nachgewiesenermaßen nachhaltigem System der Landbewirtschaftung den Vorrang einzuräumen, die Anforderungen an Tierschutzstandards deutlich anzuheben und an kritischen Schlüsselfaktoren wie Stickstoffüberschüssen und aus Übersee einführten Eiweißfuttermitteln anzusetzen.“ So lautet das Fazit, das Vorstandsvorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein auf der Herbsttagung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft zog, die sich dem Thema Recht auf Nahrung und Belastungsgrenzen des Erdökosystems widmete.

„Wir müssen alle Ansätze danach bewerten, wie groß ihr Beitrag zum Schutz der natürlichen Ressourcen und zur Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung ist und radikale Maßnahmen ergreifen, um die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen wirksam zu beenden“, so Löwenstein. „Nur wenn sich auf diese Weise die Preise den tatsächlichen Kosten annähern, kommen wir zu einem Ernährungsstil, den unsere Erde auf Dauer aushält.“ „Auch die Forschung muss sich an ihrem Beitrag zur Lösung der globalen Probleme messen lassen und darf sich nicht nur auf die einseitigen Empfehlungen eines fast ausschließlich mit agrarindustriellen Vertretern besetzten Bioökonomierates stützen“, ergänzte Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW.

Wie sehr das Erdökosystem in Gefahr ist und wie sehr nicht nur die Ernährung, sondern auch das Überleben der Menschheit in Frage steht, machte Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, in erschreckender Weise deutlich. Anhand einer Studie zu planetaren Belastungsgrenzen zeigte er auf, dass die größten Bedrohungen derzeit vom Klimawandel, vom Verlust der Biodiversität und von der Überdüngung der Erde mit Stickstoff ausgehen. Und: Aufgrund der Trägheit des Erdökosystems müssen schnelle Veränderungen folgen, um beispielsweise den Klimawandel aufzuhalten und innerhalb der Grenze von 2 Grad Temperaturerhöhung zu bleiben. „Machen wir weiter wie bisher, könnte die Erhöhung deutlich mehr als drei Grad noch innerhalb dieses Jahrhunderts betragen. Dies würde das Gesicht der Erde aller Wahrscheinlichkeit nach langfristig ändern: Abschmelzen der Eiskappen und Gletscher, Verschiebung der großen Zirkulationssysteme mit der Folge regionaler Trockenheiten und Überschwemmungen, Auftauen von Permafrostböden, Anstieg des Meeresspiegels, Versauerung und Verarmung der Ozeane, Verlust wertvoller Lebensräume“, erläuterte Schellnhuber. All dies verschärft das Problem der Ernährungssicherung für die Menschen. Aber: Durch geänderte politische Weichenstellung und eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten ließen sich diese Auswirkungen deutlich verringern, eine Umkehr sei jetzt noch möglich, mahnte Schellnhuber. Prof. Schellnhuber hält es für sinnvoll, die Wirkungen des Öko-Landbaus in Modellrechnungen aufzunehmen.

Wie schwer sich die politisch Verantwortlichen damit tun, aus den längst offensichtlichen Erkenntnissen konkretes Handeln abzuleiten, wurde durch die Beiträge der Staatssekretäre aus dem Landwirtschafts- und aus dem Forschungsministerium, Kloos und Rachel deutlich. Sie hinterließen bei den Tagungsteilnehmern den Eindruck, als bestünden nur innerhalb der heute bereits eingefahrenen Gleise Handlungsoptionen. Die explizite Hervorhebung der Biotechnologie unter den zu verfolgenden Fortentwicklungsansätzen durch den Vertreter der Forschungspolitik machte zudem deutlich, dass die Hoffnungen des Ressorts nach wie vor auf diesem Gebiet liegen. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende, Ulrich Kelber, verwies auf die Kaufkraftprobleme der Bevölkerungsgruppen hin, die seiner Partei nahe stünden und auf die daraus resultierende Unmöglichkeit, radikale Veränderungen politisch zu vertreten. Staatssekretär Kloos merkte an, es müsse bedacht werden, wie viel Nachhaltigkeit man sich wirtschaftlich leisten könne. Etliche Tagungsteilnehmer vertraten in der Diskussion daraufhin den Standpunkt, dass vor allem von einem Engagement der Zivilgesellschaft das erforderliche Umsteuern in Landwirtschafts- und Umweltpolitik zu erwarten sei.

Ansprechpartner: Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Tel. 0171.3035686

Mit freundlichen Grüßen

Tanja Barbian

Referentin Presse & Recht

Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW)

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Spielerisch kochen – das große Sarah Wiener Kochspiel

Werden Sie Meisterkoch in Sarah Wieners neuem Spitzenrestaurant. Ihre Küchenkarriere beginnt als Lehrling. Auf dem Weg zum Chefkoch stehen 27 originale Gerichte aus Sarah Wieners berühmten Kochbüchern auf dem Speiseplan. Ob feine Suppen, deftige Braten, edler Fisch, leckere vegetarische Gerichte oder köstliche Süßspeisen, da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Alle Gerichte werden von Ihnen nach den Originalrezepten zubereitet.

Dazu gibt es wertvolle Tipps für eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung – vom Einkauf der Zutaten bis zum fertigen Gericht. Mit Sarah Wiener an Ihrer Seite werden Sie spielend zum Meister der Kochkunst! Nach dem Spiel können Sie die Gerichte in Ihrer Küche nachkochen.

Mit dem Kauf dieses PC-Spiels unterstützen Sie anteilig die Projekte der Sarah Wiener Stiftung! Wir sagen Danke an alle, die unsere Arbeit unterstützen. Und wünschen viel Spaß beim Spielen. Und danach beim Kochen!

Lindenmayer+Lehning, Werbung und Grafikdesign – eine inhabergeführte Grafikagentur in Darmstadt

Wir freuen uns, dass die Agentur Lindenmayer+Lehning aus Darmstadt uns seit Gründung unserer Stiftung in allen Fragen des CI und Layouts unterstützt, Kostenvoranschläge einholt etc. und das wenigste dieser Leistung abrechnet. Herzlichen Dank dafür! Ihr seid großartig.

Lutz Lehning zu den Beweggründen ihres Engagements: “Wir unterstützen die Sarah Wiener Stiftung fast von Beginn an im grafischen Bereich. Die Idee der Stiftung hat uns sofort begeistert.

Und Silke Lindenmayer sagt: “Wir sind selbst Eltern und erleben, wie unterschiedlich die Voraussetzungen der Kinder beim Thema “Ernährung” sind. Nicht nur “gesunde Ernährung” an sich, sondern auch zu wissen, wo unser Essen herkommt, wie es hergestellt wird und was drin ist, halten wir für elementar. Das würden wir uns auch als Schulfach wünschen. Die SWS leistet hier einen wichtigen Beitrag und dabei unterstützen wir sie sehr gern!

Lindenmayer + Lehning

Hoffahrt des Dietrich-Keuning-Haus aus Dortmund zum Gut Braband

Und wieder ein O-Ton zu einer aktuellen Hoffahrt. Das Dietrich-Keuning-Haus (Jugendtreff) aus Dortmund fuhr am 21.10. zum Gut Braband. Hier das Feedback:

“Der Ausflug zum Bauern Brinkmann in Ennepetal war ein voller Erfolg! Wir hatten 30 glückliche, aufgedrehte, rotwangige Kinder die einen riesen Spaß hatten! Auch die 5 Eltern haben bei der Kartoffelernte fleißig mitgeholfen und waren super zufrieden! Unsere 3 Betreuer haben selbst mit unseren “Spezialisten” wenig Mühe gehabt, da alle Kids die ganze Zeit begeistert bei der Sache waren. Die positive Stimmung ist auch heute noch deutlich spürbar.
Vielen Dank für diese Möglichkeit unseren Nordstadt-Kids eine solche Naturerfahrung zu ermöglichen.”

Wir freuen uns, dass es allen Beteiligten so viel Spaß gemacht hat! Und mit noch mehr Förderern könnten wir 2011 noch viel mehr solcher Hoffahrten in die Wege leiten. Also: kontaktieren sie uns. Schreiben sie uns. Rufen sie an. Wir und vor allem die vielen Kinder deutschlandweit freuen sich über jeden einzelnen Förderer und Unterstützer.

Und hier noch ein paar Bilder von diesem Tag.

Hoffahrt Gut Braband

Hoffahrt Gut Braband

“Die Essensfälscher” – das neue Buch von Thilo Bode

Gern verweisen wir auf das neue Buch von Thilo Bode, früher Leiter Greenpeace, aktuell Leiter der Verbraucherschutzorganisation foodwatch, in dem er die Täuschungsstrategien der Lebensmittelkonzerne beschreibt.

In seinem neuen Buch “Die Essensfälscher” zeigt Thilo Bode auf, was wirklich dahinter steckt: Fleisch aus Massentierhaltung, das aus ganz Europa zum Räuchern in den Schwarzwald gekarrt wird, damit es sich “Schwarzwälder Schinken” nennen darf. Leider nur ein Beispiel für die alltägliche Täuschung im Supermarkt. Vermeintlich “gesunde” Bio-Frühstücksflocken? Stecken oft genauso voller Zucker wie die von Nestlé und Kellogg’s. Schwimmabzeichen von Capri-Sonne? Ablenkungsmanöver einer Industrie, die Kindern überzuckerte Getränke in die Schulmappe mogelt.

Neues schmecken in der “Zeit Online”

Wir sagen Danke an die ZEIT ONLINE, die in einem ausführlichen Artikel über das Ernährungsbildungsprogramm der Sarah Wiener Stiftung am Beispiel der Grund-, Haupt- und Realschule am Slomanstieg in Hamburg-Veddel berichtet. Die Schulleiterin Frau Hiltrud Kneuer hat unsere Kurse in das Ganztagsschulprogramm aufgenommen. Bereits 40 Schulen in Deutschland haben Kochunterricht à la Sarah Wiener auf dem Stundenplan und vermitteln den Schülerinnen und Schülern den Geschmack gesunder Lebensmittel und die Freude daran, diese für sich, ihre Familien und Freunde zu zu bereiten.